Trends in der digitalen Werbung

So langsam scheinen Facebook und Co. etwas von ihrer Faszination zu verlieren und vor allem bei den Werbeeffekten, wenn man sich anschaut, wohin die aktuellen Trends in der Werbung, vor allem aber in der digitalen Werbung gehen. Die gute Nachricht: Content ist wieder King, die Werbeagenturen dürfen wieder richtig kreativ werden, um Stories zu schaffen – müssen diese aber für die verschiedenen Kanäle optimieren.

Inhalte müssen Kunden Nutzen bringen

Vorbei sind die Zeiten, in denen sich ein Vorstand auf den ersten Seiten einesKundenmagazins selbst feiern konnte, mit aufgeblähten Vor- und Grußworten. Wer will, dass der Kunde das Magazin in die Hand nimmt oder eine digitale Variante liest, muss diesen von Anfang an Vorteile bringen. Der Online-Werbedienstleister Absolit hat in einer Studie herausgefunden, dass 75 Prozent der befragten Unternehmen im vergangenen Jahr mehr Wert auf Contentmarketing legen wollten, und für das kommende Jahr stieg diese Zahl auch noch auf 81 Prozent an.

Ganz vorne stehen die Ratgeber, sei es als Video, als Blogpost oder als Online-Magazin. Dabei muss man aber aufpassen, sich nicht zu sehr zu optimieren. Spätestens nach dem dritten „die fünf besten…“ Artikel wird es dem Kunden langweilig. Manchmal reichen für gute Kampagnen auch einfach Personalisierungen: Coca Cola hatte in den jeweiligen Märkten die häufigsten Vornamen herausgesucht und dann auf das Label der Flasche geschrieben. Leute mit dem jeweiligen Namen kauften fast die Supermärkte leer. Microsoft hingegen erzählt Geschichten von seinen Mitarbeitern, die Menschen, die die Produkte schaffen, die wir täglich benutzen. So zum Beispiel vom Cartoonisten Hugh MacLead, der seinen Arbeitstag in dem Computerkonzern als Comic niedergeschrieben hat.

Email war niemals tot und ist es auch noch nicht

Nach wie vor geben viele Firmen den Großteil des digitalen Marketings für Emails aus. Warum? Weil die Email am billigsten ist. Aber auch weil sie funktioniert. Wer eine gute Kampagne plant und den jeweiligen Schritten folgt, kann mit Email immer noch viele Produkte verkaufen. Zunehmend fließen auch die Content-Marketing-Ideen dort ein. 90 Prozent der befragten Unternehmen sagen, dass sie nach wie vor stark in Email-Kampagnen investieren. Dazu kommt auch, dass man diese Form der Werbung schon gewohnt ist und weiß, wie sie gehandhabt werden muss. Gedruckte Werbebotschaften scheinen hingegen ausgedient zu haben: Die Produktion von Broschüren steht heute in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen, außerdem sind die Streuverluste viel zu hoch und es fehlt an einer guten Messbarkeit, auch von den früher so erfolgreichen Werbebriefen mit Preisauschreiben.

Soziale Medien und Mobile stagnieren leicht

Zwar wird noch in den sozialen Medien geworben, allerdings nicht mehr so stark wie noch zwei Jahre zuvor. Es scheint eine gewisse Müdigkeit zu geben, auch weil erhoffte Erfolge ausblieben. Reichweite konnte nicht in allen Fällen auch in Verkäufe umgesetzt werden. Allerdings scheint das auch ein branchenspezifischen Problem zu sein – gerade die Konsumgüter sind begeistert über Facebook und Instagram. Letzteres ist auch bei der Reisebranche sehr beliebt, die vor allem über Bilder lebt. Interessant ist auch, das der Chatbot offenbar doch nicht so der Verkaufshelfer war, wie man zuerst dachte. Nur 15 Prozent der 1208 Unternehmen sagen, sie wollen noch in dieses Medium investieren. Das Ende der Assistenen ist damit aber nicht besiegelt: sie wurden aus dem Verkauf abgezogen und in den Kundendienst gesteckt, wo sie auch den Job erfüllen, für den sie einst erschaffen wurden. Sie können erheblichen Druck von Callcenter nehmen und viel Geld sparen, und sind 24 Stunden rund um die Uhr am arbeiten.